Juli 4, 2014
Psychologischer Entlastungssatz

Lächle!
Du kannst sie nicht alle töten.

Juli 4, 2014
Die Abgründe des Lacanschen Lochs

Dass zwischen Oberflächen und Tiefenstruktur der Sprache, zwischen Bewusstem und Unbewusstem, ein Loch klafft, den jeder Gedanke durchwandert und dabei einige Veränderungen erfährt, bevor er zum gesprochenen Wort wird, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Häufig löst ein Deutungsangebot, eine Übersetzung die klar machen kann, was eigentlich gemeint war Widerstand aus. (Das dauert dann manchmal, aber wovon lebt ein Analytiker). Auch in diesem Fall wird der/die Betroffene mit hoher Wahrscheinlichkeit behaupten, dass das nie gemeint gewesen sei, und man damit (dem nicht gemeinten) auch so gar nichts zutun habe. Es ist ein manchmal aussichtsloses Unterfangen, fast so wie die Situation in Israel und Palästina.
Da wird heute berichtet, dass “die jüngsten Auseinandersetzungen” ihre Ursache im “Mord an einem palästinensischen Jugendlichen” habe. “Vorausgegangen war die Entführung und Tötung dreier jüdischer Religionsschüler”.
Das läuft so im Radio. Hmm, vier 16 jährige sind tot. Der eine ist ein Jugendlicher, dass verstehen wir, die anderen jüdische Religionsschüler. Das ist was anderes (das sind die mit dem Rachegott, die Siedler, Aliens etc). Natürlich wurden alle vier, womöglich aus den gleichen monströsen Gründen aufs abscheulichste getötet. Aber warum die Differenzierung?Diese Differenzierung. Sagte man umgekehrt, ein moslemischer Märtyrer und drei israelische Jugendliche, wetten ein Aufschrei (Rassismus, Vorverurteilung, etc) des Protests würde erschallen.
Zudem ist die willkürliche Kausalität, mit noch willkürlicherer (oder doch perfide überlegter) Festlegung eines Startpunktes, (die Hamas schießt 30 Raketen weil..) interessant, weil auf der anderen Seite eher von einer Korrelation (Vorausgegangen) gesprochen wird.
Wenn also an der Oberfläche der Sprache solche Muster erscheinen auf was soll man dann schließen? Welches Deutungsangebot sollte man dem verantwortlichen Redakteur machen?

Juni 11, 2014

(Quelle: winterinthetardis)

Juni 11, 2014
"Vom Patriotismus zum Patridiotismus ist´s nur eine ID"

Joseph Blatter hat das nicht zu Beckenbauer gesagt. Der hat auch nicht gefragt, wo es denn die schönen Autowimpel zu kaufen gäbe.
Im Hintergrund lief auch nicht Burning Spears Bad to Worse.

Juni 11, 2014
nevver:

Toothpaste for dinner

nevver:

Toothpaste for dinner

Juni 11, 2014
"It’s June.
I’m tired of being brave."

Anne Sexton, The Truth the Dead Know 

(via )

(via foxesinbreeches)

Juni 6, 2014
Artgerechte Tiertransporte

stand auf dem Heck des Lastwagens, der an diesem sonnigen Vormittag wie ich, am Alpenrand entlang Richtung Südwesten fuhr.
Seitdem rätsele ich, was das sein soll. Ernsthaft.
Wir essen Tiere. Dafür müssen Tiere sterben. War schon immer so. Man könnte die ganze Tieresserei, -haltung und -transporte als joint venture mit recht einseitigem Nutzen betrachten. Aber Artgerecht? Fragte man irgendeines der Tiere, die oder deren Brut wir zwecks Verzehr oder anderweitiger Nutzung (da wird z.B. Kälbern tausendfach mit einer Art Drainage das Lab abgepumpt, damit man dem unstillbaren Käsehunger der Vegetarier nachkommt) halten, ob sie sich artgerecht behandelt fühlen, was würden die uns wohl sagen? Wahrscheinlich so was wie “Fick dich!”
Da Artgerecht ja nicht wirklich meinen kann, dass es natürlich für das Tier sei, zum Sterben mit dem Laster abgeholt zu werden, muss es wohl die noch gerade tolerierbare Leidenszumessung an das Tier sein, um das Prozedere der Verwertung als Artgerecht zu bezeichnen, Dass das, was eigentlich Minimalanforderung sein sollte, die Ausnahme darstellt, und die “normale” industrielle Nahrungsmittelproduktion an Grusligkeit kaum zu überbieten ist, ist das wirklich Traurige.
Natürlich liegt den/einigen Produzenten auch die Pflege am Herzen (kleiner Scherz), wiewohl die meist wenig durchdacht und in den Auswirkungen schwer kalkulierbar ist. So führt das Anfüttern der Rehe geradewegs in die Zeckenplage, und der artgerechte Laufstall direkt in die Enthornung.
Man sollte einfach aufhören, sich zur ÜberIchberuhigung etwas vorzumachen und das Ganze als Artgerecht zu bezeichnen. Bestenfalls halten wir sie gefangen (oder lassen sie, wie in Wald und Meer eine Zeit lang leben), wir füttern sie bis zum Anschlag, lullen sie ein, geben ihnen ein schönes Leben und dann töten wir sie und essen sie auf (letzteres nicht immer zwingend in der Reihenfolge, bemerkte die Auster). That´s it. Und wenn wir das mit einigermaßen Respekt vor der Kreatur hinkriegen, dann werden wir vielleicht den moralischen Möglichkeiten unserer Art gerechter. Mahlzeit!

Juni 2, 2014
Frau im Himmel

Warum Frauen, beim Versuch, dem auf der geschlechtlichen Dichotomie basierenden Unterdrückungssystem zu entkommen, ausgerechnet Religionen als Zuflucht suchen, deren Dichotomie (gläubig - ungläubig) ein nicht weniger perfides Unterdrückungssystem, insbesondere für die Falsch- und Nichtgläubigen, hervorbringt, lässt sich vielleicht nur dadurch erklären, dass sie nicht nur auf der Suche nach einer “geliebteren Faust” (Serner) sind, sondern auch nur zu gern jene Faust wären.

Juni 1, 2014
We Are The Not Dead - Images | Lalage Snow

Juni 1, 2014
Der Mann Gottes

Und wieder eine Veranstaltung bei der Frauen mehr Mitsprache in der katholischen Kirche fordern. (Was ja bei rechtem (aufgeklärt gottlosem) Licht betrachtet eine der blöderen Stossrichtungen der Emanzipation ist, aber sei´s´drum.)
Dabei gibt es (wenn man schon im Denkrahmen dieses Metaphysischen Großirrtums bleibt) einen einfachen Grund warum Gott in Jesus als Mann inkarnierte: da ja nichts geschieht ausser sein Wille, entschied er sich, seiner späteren Lehre der Barmherzigkeit sozusagen vorausfolgend, einfach für das schwächere Geschlecht.

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